Nachtreiher an der Oder: Neue Vogelart im Nationalpark beobachtet

Quelle: mluv.brandenburg.de

Schwedt/Oder – Im Nationalpark Unteres Odertal wurde erstmals ein Nachtreiher beobachtet. Der seltene Vogel hielt sich in unmittelbarer Nähe des Schwedter Bollwerks,  nahe der Kanalbrücke, auf, die besondere Beobachtung konnte fotografisch festgehalten werden.

(0909) Die nachweislich erste Beobachtung eines Nachtreihers im unteren Odertal überhaupt gelang der im Freiwilligenprojekt der Naturwacht engagierten Vogelkundlerin Daniela Liess und ihrem Begleiter Peter Schössow. Sie beobachteten und fotografierten den jungen Nachtreiher aus nächster Nähe Serptember.

Der seltene Gast aus der Familie der Reiher, zu der auch der im Nationalpark brütende Graureiher gehört, ist bussardgroß und von geduckter Gestalt. Altvögel haben einen schwarzen Rücken, aschgraue äußere Flügel und sind sonst weißlich gefärbt. Jungvögel sind dunkel braungrau und weißgelb längs getupft. Der Nachtreiher brütet meist gesellig. Sein Nest baut er überwiegend im hohen Gebüsch, vor allem in Weiden, meist ein bis fünf Meter über dem Wasser.

Als dämmerungs- und nachtaktiver Vogel mit einem eulenartigen geräuschlosen Flug ist er nicht leicht zu entdecken. Am Tage sitzt der Reiher gedeckt mit eingezogenen Hals in dichtem Unterholz und fällt wenig auf. Seine Nahrung besteht aus Fischen, Fröschen und Wasser bewohnenden Insekten.

Umherstreifende Nachtreiher werden aus vielen Teilen Mitteleuropas gemeldet. Meist sind es Einzelvögel, die mit der Brut aussetzen. Nach der Brutzeit streifen die Jungvögel richtungslos umher, bevor sie im Herbst den eigentlichen Wegzug ins tropische Afrika antreten. In Brandenburg gelangen in den letzten Jahrzehnten nur etwa 30 Beobachtungen, die Mehrzahl in den südlichen Landesteilen.

Der Nachtreiher hat sein Brutgebiet vor allem im südlichen Europa und war im 19. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch. Aus dieser Zeit sind auch vereinzelte Brutnachweise aus Brandenburg bekannt. Heute brüten Nachtreiher gelegentlich auch im südlichen Deutschland. In den zentral-südlichen Regionen Polens gibt es gegenwärtig 550 bis 600 Brutpaare. Einzelne Bruten sind aus dem Warthe-Gebiet bekannt.

Die erneute Beobachtung eines nicht heimischen Brutvogels zeigt einmal mehr, dass der Nationalpark auch als Rastgebiet und Winterquartier für Zugvögel eine internationale Bedeutung hat. Die vielfältigen Lebensräume ziehen immer wieder seltene, gefiederte Gäste aus fernen Regionen an.

Quelle: Nationalparkverwaltung

Nachrichten
25.08.2010 Seeadler in Irland vergiftet -- Diplomatischer Disput mit Oslo
09.08.2010 Ornithologischer Bericht für den Kreis Viersen 2008
23.07.2010 Schon wieder was zu gewinnen! KOWA-Fernglas und Bücher
22.07.2010 naturgucker: Mehr als eine Million Beobachtungen GEO-Tag ist Partner, Datenbank wächst und gedeiht
22.07.2010 Bochum und Steinhude: Vogelfestival in 2010 Kommen - treffen - staunen - VIDEO
21.07.2010 NRW: Löffler angeschossen!
16.07.2010 Botulismus! Vogelgucker aufgepasst!
05.07.2010 Nest ahoi! Seltene Küken dümpeln auf Brut-Flößen
03.07.2010 NABU gratuliert Bodensee-Fischern zu guter Felchen-Saison // Einfluss des Kormorans auf Felchenbestände offensichtlich unerheblich
03.07.2010 Goldi wird gesund gepflegt
02.07.2010 Purpurreiher brüten in England!
26.06.2010 Weißbauchtölpel auf La Gomera
11.06.2010 Live-Bilder aus der Kinderstube der Kormorane<BR>NABU überträgt aus einer Kolonie in Wallnau
07.06.2010 NABU: Dramatische Entwicklung beim Star in NRW
02.06.2010 ozellus ist da!
02.06.2010 Europäisches Netzwerk für den Storchenschutz
26.05.2010 Alarmierende neue Rote Liste vorgestellt
21.05.2010 Stunde der Gartenvögel in Bayern: Spatz bleibt Spitze - Sorgen um Schwalben
12.05.2010 Wildnis auf zwei Prozent der Fläche! <BR>BfN fordert rasche Umsetzung des Ziels aus der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt
02.05.2010 Uwe Seeler und das Spatzen-Hotel