Landwirt Hinrich Jansen stellte die zu seinem Besitz gehörende rund fünf Hektar große Fläche der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) für das Projekt gerne zur Verfügung: "Meine älteren Nachbarn und ich können uns noch gut an den ursprünglichen Zustand des Greetjemeeres erinnern. Es war ein Sumpfgebiet mit weitläufigen Röhrichten und etlichen offenen Wasserstellen, in denen wir gebadet haben. Die Rohrdommel war hier recht häufig, von daher hat mich die Idee begeistert, das Greetjemeer wieder herzustellen", erklärte Jansen. Ausgangspunkt des Projektes war die kritische Bestandssituation der Rohrdommel in Niedersachsen. Für Nestbau und Jagd benötigt sie nicht nur ausgedehnte, wasserdurchflutete Schilfröhrichte, sondern auch offene Wasserflächen mit sanftem Gefälle. Zu deisem Zweck wurden die verlandeten und zu trocken gewordenen Schilfflächen des Greetjemeeres zunächst gemäß den Ansprüchen des seltenen Reihervogels profiliert und anschließend mit einem Wall umgeben. "Dank des Walles und einer Zuwässerung aus dem Ayenwolder Tief können wir nun einen höheren Wasserstand in der Fläche halten, von dem neben der Rohrdommel auch andere seltene Arten wie Löffelente, Schilfrohrsänger oder Rohrweihe profitieren", erklärten Heinrich Pegel und Helmut Ahrends, die das Projekt seitens des NLWKN betreuten und den Landwirten für ihre Kooperation ausdrücklich dankten. Das Vorhaben ist Teil einer Reihe von Artenhilfsmaßnahmen, die neben dem Erhalt noch bestehender Vorkommen die Anlage neuer geeigneter Lebensräume und die Wiederansiedlung von Brutbeständen zum Ziel hat. "Der Fehntjer Tief-Niederung als einem ursprünglichen Lebensraum der Rohrdommel kommt dabei eine große Bedeutung zu", betonte Bernd Oltmanns als Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN, der die Kosten des Vorhabens auf rund 50.000 Euro bezifferte.
Quelle: NLWKN |