(DDA/ BTO) Nun soll im westafrikanischen Überwinterungsgebiet dieser Fernzieher nach Ursachen geforscht werden. Im Gegensatz dazu verzeichneten Standvogelarten wie Wintergoldhähnchen und Schwanzmeise oder Kurzstreckenzieher wie Zilpzalp und Mönchsgrasmücke ihre Höchstwerte seit 1994, bei den letztgenannten beiden Arten mit kontinuierlichen Zuwächsen von 36 bzw. 57 % in den jüngsten 15 Jahren, vermutlich infolge der milder gewordenen Winter in unseren Breiten.
Dabei zeigten sich innerhalb des Landes durchaus beachtliche Unterschiede in der Entwicklung seit 1994. So nahm der Kuckuck (Gesamtrückgang um 37 %) in England zwar um 55 % ab (in Südwest-England sogar um 66 %), erhöhte aber gleichzeitig seinen Bestand in Schottland um 14 % und in Wales um 32 %. Die Ursachen für diese unterschiedlichen Trends sind beim Kuckuck besonders schwierig zu ermitteln, da sie nicht nur von seinen eigenen Sommer- und Winterlebensräumen und von seiner Nahrungssituation abhängen, sondern auch von denen seiner verschiedenen Wirtsvögel wie Wiesenpieper, Teichrohrsänger und Heckenbraunelle.
Das BBS-Programm liefert im Übrigen trotz seines Namens keine Brutnachweise, sondern zeigt nur das Vorhandensein einer Vogelart während der Brutzeit in einem bestimmten Zählquadrat. Sein Hauptzweck ist die Erstellung von Bestandstrends für jede erfasste Vogelart über einen möglichst langen Zeitraum. Hierzu ist eine ausreichende Anzahl von Zählquadraten und von Beobachtungsmeldungen erforderlich, um eine statistisch signifikante Aussage zu erhalten. Für 2008 konnten auf dieser Basis Bestandstrends für 105 Vogelarten für Großbritannien insgesamt und zum Teil auch in regionaler Aufgliederung erstellt werden.
Seit 1995 erfassen die BBS-Beobachter nebenher auch die beobachteten Säugetiere und seit 2009 zusätzlich Insekten, vor allem Schmetterlinge. Bei den Säugern konnten 2008 für neun Arten Bestandstrends ermittelt werden. Dabei zeigten Wildkaninchen, Schneehase und Rotfuchs Rückgänge, dagegen das in Großbritannien eingebürgerte amerikanischen Grauhörnchen und der aus Südostasien stammende Muntjak (Zwerghirsch) sowie das Reh Zuwächse.
Quelle: BTO-News Nr. 284, Sept.-Okt. 2009, übersetzt von Rolf Dörnbach (AK an der Vogelschutzwarte Hamburg
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