Achtung: Großtrappen auf Winterflucht

Foto: Susanne Schlichting/Birdnet-Galerie
Was ist daran schlimm, wenn die Großtrappen aus Ostdeutschland jetzt nach Westen ausweichen? So hat man wenigstens mal eine Chance sie hier zu sehen. Aber was manchen Vogelbeobachter vielleicht zunächst freut, kann für die letzten Großtrappen Deutschlands übel ausgehen!

Die ausgiebigen Niederschläge und der anhaltende Frost haben in den letzten Einstandsgebieten der Großtrappe in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zu einer geschlossenen und dauerhaften Schneedecke geführt. Für die nächsten Tage sind weitere Schneefälle vorhergesagt, Tauwetter ist nicht in Sicht. Die Nahrung für die ca. 120 Großtrappen in den drei Einstandsgebieten im Havelland, den Belziger Landschaftswiesen (beide Brandenburg) und im Fiener Bruch (Brandenburg und Sachsen-Anhalt) ist nur noch schwer oder gar nicht mehr erreichbar. Bei derart schlechten Ernährungsbedingungen reagieren die Großtrappen mit Winterfluchten nach Westen. Die letzte große Winterflucht fand im Winter 1978/79 statt und führte zu einer dramatischen Abnahme (um 45 %) des Trappenbestandes, da die Ausweichbewegungen vielfach mit erheblichen Verlusten verbunden sind.

Erste Beobachtungen von Großtrappen bei Braunschweig und Paderborn sind Anzeichen für eine beginnende Winterflucht.

Um die Wanderung der Großtrappen so gut wie möglich zu dokumentieren und bei Problemen (Verletzungen, Aufenthalt in für die Trappen gefährlichen Bereichen) ggf. schnell reagieren zu können bitten der Förderverein Großtrappenschutz e.V. und die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg um möglichst zeitnahe Meldung aller Großtrappenbeobachtungen außerhalb der Einstandsgebiete mit möglichst detaillierten Ortsangaben. Beobachtungen der Vögel sollten auf jeden Fall so stattfinden, dass sie nicht gestört werden, um weiteren unnötigen Energieverbrauch der Vögel zu vermeiden. Sollten Beringungen erkannt werden, sollten diese ebenfalls mitgeteilt werden.

Beobachtungsmeldungen schicken Sie bitte möglichst zeitnah an GF-VereinGrosstrappe@web.de.

Diese Information sollte möglichst weit auch in anderen Vogelbeobachter- und Tierfotografenforen gestreut werden.

Henrik Watzke

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