Schutz für den Löffelstrandläufer durch "Umschulung" der Vogeljäger
Löffelstrandläufer Foto: arkive photo
Mit etwa 220 Löffelstrandläufern überwintert über die Hälfte des bekannten Weltbestandes am Golf von Martaban. Dieser Golf liegt an der Andamanensee und gehört zu Burma. In dieser Region werden regelmäßig Limikolen mit Netzen für die Ernährung gefangen und dabei gehen jährlich auch Löffelstrandläufer ins Netz. Es gibt Hinweise, dass dieser Fang zur Zeit eine Hauptursache für den Rückgang dieser schönen Limikolen ist, so erläutert es Htin Hla, Vorsitzender der BANCA - BirdLife in Burma.

Die Abkürzung BANCA steht für Biodiversity and Nature Conservation Association (BANCA) of Burma. Das Problem des Fanges von Limikolen ist durch die Lebensverhältnisse in dieser Region zu begründen, was sich aus den Untersuchungen von BANCA herleiten lässt. Daher versucht BirdLife International mit Unterstützung verschiedener Partner die Lebensverhältnisse zu verbessern.

ARKive photo - Spoon-billed sandpiper portrait


BANCA konnte am östlichen Ufer des Golfs von Martaban 26 Jäger finden, die die Jagd aus unterschiedlichen Gründen durchführen. Die Jäger wurden in drei Kategorien eingestuft und zwar in Jäger die ohne Jagd kein Einkommen besitzen (Existenzminimumjäger), Jäger für die Jagd eine Ergänzung zum Lebensunterhalt darstellt (opportunistische Jäger) und Jäger, die gelegentlich jagen. Von den 26 Jägern wurden 15 den Existenzminimumjägern oder opportunistischen Jägern zugeordnet. Weiterhin wurde durch Interviews erhoben, dass zwischen 1989 und 2011 mindestens 84 Löffelstrandläufer gefangen wurden.

Am westlichen Ufer des Golfs von Martaban konnten 37 Jäger angetroffen werden, von denen aber nur vier Existenzminimumjäger und drei opportunistische Jäger sind. Die vier Existenzminimumjäger verfügen sonst über kein regelmäßiges Einkommen.
Aus den Untersuchungen geht hervor, dass die Vogeljagd in dieser Region mit der Armut der Bevölkerung in Zusammenhang steht. Daher werden jetzt Alternativen für die Jäger gesucht und finanziell gefördert. So konnte Vieh angeschafft oder Fischerboote gebaut werden.
Die Überprüfung der Maßnahmen hat gezeigt, dass sich die Lebensverhältnisse von über der Hälfte der Jäger verbessert hat.
Neben diesen Investitionen für die Zukunft der Menschen und damit auch Investitionen in den Schutz des Löffelstrandläufers, unterstützt BANCA Projekte zur Bildung und zur Bereitstellung von sauberem Wasser.
„Die Zukunft des Löffelstrandläufers ist noch sehr unsicher und es sind noch mehrere andere Projekte auf den Weg gebracht. Diese innovative Interventionen könnten entscheidend sein, ob diese spektakuläre Vogelart von der Erde verschwindet“, sagte Mike Crosby, BirdLife Senior Conservation Officer für die Region Asiens.

BirdLife dankt allen Unterstützern für ihre Hilfe.

Roland Graf

Quelle: http://www.birdlife.org/community/2012/01/targeting-hunters-to-save-spoon-billed-sandpiper/

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