Die Niedersächsische Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt, vom Landtag im Jahr 2008 beschlossen, zielt nicht nur auf die Sicherung von Arten und Lebensgemeinschaften in ihren natürlichen Lebensräumen ab. Sie verpflichtet auch dazu, verloren gegangene Vielfalt dort wiederherzustellen, wo dies möglich ist. Mit dem Projekt „Arche Niedersachsen" wird versucht, hochgradig bedrohte oder auch bereits in Niedersachsen ausgestorbene Pflanzen- und Tierarten durch Zucht in Menschenhand zu erhalten. Damit soll die Grundlage für eine mögliche Wiederansiedlung dieser Arten geschaffen werden.
Insgesamt 29 Tierarten wurden für Niedersachsen in das Projekt aufgenommen, darunter allgemein bekannte Arten wie der Europäische Nerz und das Birkhuhn. „Das Projekt kann nur erfolgreich sein", so Umweltminister Birkner, „wenn die zoologischen Einrichtungen uns mit ihrem Know-how unterstützen und sich aktiv beteiligen." Große Anerkennung zollte er in diesem Zusammenhang dem Weltvogelpark Walsrode, der sich ohne Zögern und auf eigene Kosten an den beiden Zuchtprogrammen für die Moorente und den Südlichen Goldregenpfeifer beteiligt. Der Südliche Goldregenpfeifer brütet in Mitteleuropa mit nur noch wenigen Paaren, die sich fast ausnahmslos in Niedersachsen befinden. Der Weltvogelpark wird in den kommenden Jahren zunächst einen Zuchtbestand aufbauen, um so die Möglichkeit für spätere Bestandsstützungen und Wiederansiedlungen zu ermöglichen. Beim Arche-Projekt „Moorente" sind die Planungen bereits weiter fortgeschritten. Die weltweit bedrohte Moorente, die letztmalig Mitte der 1980er Jahre in Niedersachsen brütete, soll noch in 2012 wieder am Steinhuder Meer angesiedelt werden. Der Weltvogelpark hat dazu auf eigene Kosten eine Zuchtanlage errichtet, über die nachgezüchtete Moorenten für das Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung gestellt werden. Diese Anlage wurde im Rahmen des Besuchs besichtigt.
Der Weltvogelpark hat außerdem seine internationalen Aktivitäten am Beispiel des weltweit bedrohten Schneekranichs vorgestellt. Er arbeitet seit vielen Jahren zusammen mit der Russischen Republik an einem Zucht- und Wiederansiedlungsprogramm.
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz |