Die Reise hat traditionell zwei Teile: Zum einen wird die Wüsteninsel Fuerteventura besucht und zum anderen die Nebelwaldinsel Teneriffa. So hat man die größten Chancen alle typischen und endemischen Vogelarten zu sehen und man besucht eine Vielzahl der kanarischen Lebensräume.
Das Wetter im April 2009 war für kanarische Verhältnisse ziemlich kalt, durchschnittlich 18 Grad, und teils regnerisch. Eine sehr ungewöhnliche Situation auf den Kanaren, die uns letztlich aber einige besondere Beobachtungen bescherte.
Auftakt am Ankunftstag war unser Besuch bei einem Schmutzgeierpaar an seinem Nistplatz. Bei El Cotillo konnten wir am folgenden Morgen kurz nach Sonnenaufgang die ersten drei Kragentrappen beobachten, Nachmittags am Stausee Embalse de Los Molinos die ersten Kanarenschmätzer, Wüstengimpel und Kolkraben am Nest an der Staumauer, Rostgänse, Stelzenläufer und Grünschenkel am Seeufer. Am nächsten Morgen erlebten wir bei Sonnenaufgang auf der Hochebene am Istmo de la Pared eine bemerkenswerte Balz der Kragentrappe, später entdeckten wir noch einige Rennvögel und eine Kurzzehenlerche. Die Stummellerchen waren ständige Begleiter, ebenso Turmfalken (kanarische Unterart). An den Salinen „Las Salinas“ stoppten wir mehrfach, beobachteten Wiedehopf, Grün- und Rotschenkel, Sanderlinge, Steinwälzer, Flußuferläufer, Sand- und Seeregenpfeifer, in Ufernähe erste Sichtungen von Sepiasturmtauchern. Höhepunkt: eine männliche Ringschnabelente. Diese Art wurde 1980 erstmals auf den Kanaren beobachtet und ist seit 1989 in geringer Zahl (um 80 Exemplare pro Jahr) regelmäßiger Wintergast vom amerikanischen Kontinent. Ungewöhnlich ist der späte Zeitpunkt, denn alle anderen Sichtungen auf den Kanaren stammen aus Herbst und Winter.
Teneriffa Auch hier war das Wetter weiterhin kühl und sehr wolkig. Wolkenbasis meist bei 800 Meter, über 1.800 Meter im Nationalpark Teide klarer, blauer Himmel.
Auftakt bildete die Lorbeertaubenbeobachtung auf der legendären Tankstelle bei Puerto De La Cruz. Bei zwei Stopps dort zeigten sich gut ein Dutzend Exemplare. Bolles Lorbeertaube konnten wir nur einmal kurz im Flug beobachten. Das Kanarenrotkehlchen präsentierte sich singend minutenlang am Aussichtspunkt Le Lance. Buchfinken zeigten sich mehrfach, einer auf wenige Meter an einer Pfütze auf dem Waldweg, aber die Kanarengoldhähnchen waren schwer zu beobachten, obwohl sie überall im Laubdickicht zu hören waren. Bei der ersten Brunchpause im Nationalpark Teide bei El Portillo hüpften unter und auf den Restauranttischen Kanarengirlitz, Kanarenblaumeise, Kanarenrotkehlchen und Teidefinken fast greifbar nah herum. Auf dem Waldrastplatz La Laja beobachteten wir weitere Teidefinken und einen Buntspecht. Kanarenpieper und Felsentauben präsentierten sich zahlreich. In Playa de Americas bei Los Christianos sahen wir einige der bereits auf Fuerteventura beobachteten Limikolen. Sehr schön waren Regenbrachvogel, Kiebitzregenpfeifer und Seidenreiher zu sehen.
Auf der Linienfähre von Los Christianos nach San Sebastian de la Gomera begrüßten uns gleich nach der Abfahrt Pilotwale und einige Sepiasturmtaucher. Etwas später spielten noch Große Tümmler in der Bugwelle des Schiffs und ein Brydewal kreuzte unseren Weg. Insgesamt sahen wir aus nächster Nähe weit über hundert Sepiasturmtaucher.
Insgesamt konnten wir in dieser Woche 66 Vogelarten beobachten. Darunter alle 10 Endemiten sowie Unterarten. Bemerkenswert bei dieser Reise war die Dauer und Qualität vieler Beobachtungen sowie die zahlreichen Zugvögel.
weitere Infos: www.birdingtours.de
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